Früher griff ich nach meinem Handy, bevor meine Augen ganz offen waren. Nicht aus Sucht. Einfach automatisch.
E-Mails. Slack. Schlagzeilen. Die Dringlichkeit anderer Menschen – noch bevor mein eigenes Gehirn wach war. Und dann fragte ich mich, warum ich mich benebelt fühlte.
Die ersten zehn Minuten nach dem Aufwachen sind zerbrechlich. Dein Körper ist aufrecht. Aber dein Nervensystem fährt noch hoch. Und wir fluten es sofort.
Ich dachte lange, mit mir stimmt etwas nicht. Zu langsam, Zu undiszipliniert. Aber an den Tagen ohne Handy wurde der Nebel nicht schlimmer. Er spiralisierte nicht.
Der eigentliche Fehler war nicht, dass ich langsam war. Der Fehler war, was ich tat, während ich noch langsam war. Ich lieh mir Dringlichkeit, bevor ich stabil war.
Eine Freundin in Stuttgart sagte einmal: „Ich fühle mich im Rückstand, noch bevor ich aufgestanden bin.“ Das passiert, wenn man Slack öffnet, bevor die Gedanken zusammengesetzt sind.
An einem Sonntag ließ sie ihr Handy liegen. Sie öffnete nur das Fenster. Kalte Luft. Stille Stadt. Der Nebel verschwand nicht. Aber er wurde nicht stärker.
Kaffee löst das Problem übrigens nicht. Koffein macht wach. Nicht klar. Wenn dein Kopf überladen ist, verstärkt Kaffee nur das Rauschen.
Seit ich die ersten 15 Minuten schütze, fühlt sich mein Morgen anders an. Nicht perfekt. Nicht produktiver. Nur stabiler. Manche Nebel ziehen nicht weg. Aber sie spiralisieren nicht mehr.